Kampagne zur Landtagswahl 2026

Wie stehen die Parteien zu den zentralen Forderungen der Kindertagespflege?

Um das herauszufinden, haben wir im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März 2026 einen Parteiencheck durchgeführt. So möchten wir Fachkräften, Eltern und Interessierten einen klaren und vergleichbaren Überblick über die politischen Positionen der Parteien geben.

Alle zugelassenen Parteien wurden eingeladen, zu unseren Forderungen Stellung zu nehmen. Veröffentlicht sind die Rückmeldungen der Parteien, die sich beteiligt haben.

Parteiencheck

So stehen die Parteien zu unseren Forderungen

Unsere Forderungen

Im Folgenden finden Sie die Rückmeldungen der Parteien zu unseren zentralen Forderungen (Stand: Februar 2026). Die Stellungnahmen wurden 1:1 von den Parteien übernommen und zeigen, ob die Partei der Forderung zustimmt, teilweise zustimmt oder ablehnt, ergänzt um eine kurze Begründung.

Gebührenangleichung und Informationspflicht für die Wahlfreiheit der Eltern

Die Kindertagespflege ist eine gleichwertige Säule der frühkindlichen Bildung und Betreuung im U3-Bereich. Daher fordern wir:
a. eine klare gesetzliche Regelung zur Gebührenangleichung zwischen Kita und Kindertagespflege sowie eine Informationspflicht der Kommunen.
b. eine Erweiterung der Finanzierung der Kindertagespflege für Ü3 Kinder bei fehlendem Kita-Platz.

Die Grünen

Mit der Übernahme ins KiTaG haben wir die Kindertagespflege als gleichwertige Form der Kindertagesbetreuung anerkannt. Unterschiedliche Gebühren und intransparente Finanzierungsstrukturen können die Wahlfreiheit der Eltern einschränken und soziale Ungleichheiten verstärken. Deshalb braucht es mehr Transparenz im gesamten System der frühkindlichen Bildung, insbesondere bei der Finanzierung, der Verteilung der Kosten zwischen Bund, Land und Kommunen und der Elternbeiträge.
Die Kindertagespflege leistet einen wichtigen Beitrag zur bedarfsgerechten Versorgung von Familien und sollte bei entsprechender Nachfrage und fehlenden Angeboten verlässlich und auskömmlich finanziert werden.

CDU

Die CDU Baden-Württemberg schätzt den wesentlichen Beitrag, den die Kindertagespflege für die Kinderbetreuung im Land leistet. Die Mittel für die Kinderbetreuung werden in BW den Kommunen pauschal zur Verfügung gestellt. Das Land wird die Kindertagespflege weiter mit zusätzlichen Mitteln unterstützen, die eine Erhöhung der laufenden Geldleistung für Kindertagespflegepersonen ermöglichen.

SPD

Wir sprechen uns für eine Erweiterung der Finanzierung der Kindertagespflege für Ü3-Kinder bei fehlendem Kita-Platz aus, da wir es für zentral halten, dass alle Kinder vor dem Übertritt in die Grundschule in einer institutionellen Bildungs- und Betreuungseinrichtung sind.

FDP

Wir Freie Demokraten stehen für echte Wahlfreiheit der Eltern und erkennen die Kindertagespflege als gleichwertiges Angebot im U3-Bereich an. Unterschiedliche Gebühren dürfen diese Wahlfreiheit nicht faktisch aushebeln, weshalb wir mehr Transparenz und faire Rahmenbedingungen unterstützen. Gleichzeitig setzen wir auf kommunale Gestaltungsfreiheit statt starrer landesgesetzlicher Vorgaben. Wir setzen uns daher dafür ein, dass mit allen Akteuren der Kinderbetreuung die gesamte Finanzierungsstruktur so überarbeitet wird, dass von U3 bis in die Grundschule über die Altersgrenzen hinweg, eine transparente und verlässliche Finanzierungsstruktur entsteht, die die Wahlfreiheit der Eltern stärkt und die Kindertagespflege als vollwertige Säule der Kinderbetreuung anerkennt.

Freie Wähler

Wir stimmen zu, weil eine Gebührenangleichung zwischen Kita und Kindertagespflege erst echte Wahlfreiheit der Eltern ermöglicht: Familien sollen nach Qualität, Passung und Betreuungsform entscheiden – nicht nach dem Preis. Eine Informationspflicht der Kommunen sorgt zusätzlich für Transparenz und verhindert, dass Kindertagespflege als gleichwertige Option übersehen wird. Damit wird die Kindertagespflege als zweite Säule im U3-Bereich praktisch anerkannt und stabiler planbar.
Auch die erweiterte Finanzierung für Ü3-Kinder bei fehlendem Kita-Platz ist aus unserer Sicht sinnvoll, weil sie Betreuungslücken pragmatisch schließt und Familien verlässlich absichert – gerade wenn Kommunen kurzfristig nicht genügend Plätze bereitstellen können. Die genannten Gegenargumente (Mehrkosten, Bürokratie, Risiko einer „Notlösung“) sind wichtig, aber lösbar: durch klare gesetzliche Regelungen, transparente Kriterien und die Vorgabe, dass Tagespflege bei Ü3 ergänzt, statt den Kita-Ausbau zu ersetzen. Insgesamt überwiegt der Nutzen für Familien, Kinder und Versorgungssicherheit deutlich.

Die Linke

Wir setzen uns grundsätzlich für Gebührenfreiheit in der Bildung ein – von den Kitas über die Ganztagsbetreuung bis zur Universität. Wir fordern kostenfreie Kitas und eine bedarfsdeckende Finanzierung durch das Land, um Familien zu entlasten und Teilhabe zu ermöglichen. Da wir die Kindertagespflege als wichtigen Bestandteil der Betreuungslandschaft sehen, befürworten wir eine Angleichung der Gebühren – unser Ziel ist jedoch perspektivisch die Kostenfreiheit für alle Betreuungsformen, damit Bildung nicht vom Geldbeutel abhängt. Auf Bundesebene haben wir bereits betont, dass im Rahmen eines Bundeskitaqualitätsgesetzes Qualitätsstandards für die Kindertagespflege verankert werden sollen, die sich an den Standards von Kindertageseinrichtungen orientieren. Dies schließt für uns logischerweise auch die finanziellen Rahmenbedingungen für Eltern ein, um eine echte Wahlfreiheit zu gewährleisten.

ÖDP

a) Eltern sollen ohne finanzielle Nachteile frei wählen können, was für eine Betreuungsform und in welchem Umfang für ihre individuelle Familiensituation gut ist.
Deshalb fordert die ÖDP auch ein Erziehungsgehalt für Eltern. Dieses soll die Subventionierung der institutionellen Betreuung ersetzen. Eltern erhalten damit echte Wahlfreiheit.
b) Zum gleichen Beitrag in verschiedenen Betreuungssettings für Ü3-Kinder gehört auch die Betreuung zu ungewöhnlichen Zeiten z. B. für Beschäftigte in Pflegeberufen.

Volt

Wir begreifen die frühkindliche Bildung als entscheidendes Fundament für Chancengerechtigkeit und wollen ein System, das Türen öffnet, statt durch bürokratische oder finanzielle Hürden auszusortieren. Da in Baden-Württemberg aktuell zehntausende Kita-Plätze fehlen, ist die Kindertagespflege eine unverzichtbare Säule, die wir konsequent stärken und finanziell mit stationären Einrichtungen gleichstellen wollen. Wir setzen uns für eine transparente Informationspolitik der Kommunen und eine verlässliche Finanzierung ein, die sich an der tatsächlichen Aufgabenlast orientiert, um auch bei fehlenden Kita-Plätzen eine hochwertige Betreuung für Ü3-Kinder sicherzustellen. Unser Ziel ist es, dass jedes Kind – unabhängig von der gewählten Betreuungsform – die besten Startchancen erhält und Eltern eine echte Wahlfreiheit sowie verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden.

Partei der Humanisten

Die Kindertagespflege sehen wir als gutes Mittel, um dem Mangel an Kitaplätzen entgegenzuwirken.
Eine Angleichung der Gebühren sowie finanzielle Unterstützung für Ü3-Kinder sehen wir als gute Werkzeuge, um den fehlenden Plätzen entgegenzuwirken.

Tierschutzpartei

Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ steht für eine kostenlose Bildung und Betreuung für alle, mit flexiblen Zeiten und guten Arbeitsbedingungen. Das alles muss von der Landesregierung vollfinanziert werden.

Erhöhung des Personalschlüssels für die Fachberatung

Die Empfehlung des Personalschlüssels wurde seit 2013 nicht angepasst, obwohl seither viele weitere Aufgaben für die Fachberatung hinzugekommen sind. Daher fordern wir:
a. einen verbindlichen Fachkraft-Kind-Schlüssels von 1:40 bis 1:60 basierend auf der Jahresverlaufsstatistik.
b. eine Abbildung im Fachkraft-Kind-Schlüssel bei erhöhtem Betreuungsbedarf.

Die Grünen

Die Anforderungen an die Fachberatung in der Kindertagespflege sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wissenschaftliche Befunde zeigen, dass eine qualitätsgesicherte, verlässliche Fachberatung bei hohen Fallzahlen nicht gewährleistet werden kann. Vor diesem Hintergrund ist eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels notwendig.
Ein verbindlicher Schlüssel sollte sich daher an tatsächlichen Aufgaben, Betreuungsverhältnissen und besonderen Bedarfen der betreuten Kinder orientieren und eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Begleitung der Kindertagespflegepersonen ermöglichen.

CDU

Wir stimmen einer praxisgerechten Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels zu, um die Qualität der freien Träger zu stärken. Der Korridor von 1:90 bis 1:130 bildet den Arbeitsaufwand für die Fachberatung im Beratungs- und Vermittlungsbereich nur noch unzureichend ab.

SPD

Die SPD ist der Auffassung, dass Fachberatungen personell besser aufgestellt werden sollen, indem das Land die Finanzierung des Stellenschlüssels von 1:40 übernimmt. Dadurch kann die Qualität der Arbeit in der Kindertagespflege erhöht werden, da der Zugang zur Fachberatung erleichtert und bessere Voraussetzungen für eine einheitliche Qualität der Arbeit der Kindertagespflegepersonen geschaffen werden.

FDP

Wir als FDP sehen, dass Aufgaben und Anforderungen an die Fachberatung in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und Qualitätsentwicklung Unterstützung braucht. Eine stärkere Berücksichtigung von Belastungsspitzen und erhöhtem Bedarf halten wir für sachgerecht und sollte daher geprüft werden.

Freie Wähler

Wir stimmen zu, weil der Personalschlüssel der Fachberatung seit 2013 nicht mehr an die Realität angepasst wurde, obwohl Aufgaben und Verantwortung deutlich gewachsen sind (u. a. Qualitätssicherung, Kinderschutz, Inklusion, Krisenbegleitung). Ein verbindlicher Schlüssel von 1:40 bis 1:60 sorgt dafür, dass Fachberatung wieder wirksam stattfinden kann: regelmäßiger, näher dran und präventiv – statt nur noch reaktiv im Notfall. Das stärkt die Qualität der Kindertagespflege, stabilisiert Betreuungsverhältnisse und reduziert Abbrüche.
Auch die Abbildung von erhöhtem Betreuungsbedarf im Schlüssel halten wir für notwendig, weil Mehrbedarf in der Praxis spürbar mehr Beratung, Abstimmung und Begleitung erfordert. Wenn diese Fälle nicht berücksichtigt werden, entsteht strukturell Überlastung – mit dem Risiko, dass Tagespflegepersonen aussteigen oder Qualitätsstandards leiden. Die Gegenargumente (Kosten, Fachkräftemangel, Abgrenzungsfragen) sind wichtig, sprechen aber nicht gegen das Ziel: Mit klaren Kriterien für „erhöhten Bedarf“ und flexiblen Umsetzungswegen (z. B. regionale Modelle innerhalb eines verbindlichen Rahmens) sind sie handhabbar. Insgesamt überwiegt der Gewinn an Qualität, Prävention und Stabilität deutlich.

Die Linke

Wir fordern generell gute Arbeitsbedingungen und mehr Personal im Bereich der frühkindlichen Bildung. Im Landtagswahlprogramm betonen wir explizit: „Kinderschutz ohne Kompromisse – auch durch bessere Aufsicht und Qualifikation in Kitas und der Kindertagespflege“. Eine qualitativ hochwertige Fachberatung ist essenziell, um diese Qualifikation und Aufsicht zu gewährleisten. Da die Anforderungen an die Qualifikation von Tagespflegepersonen derzeit oft zu gering geregelt sind und wir verbindliche Standards anstreben, ist eine engmaschige und gut ausgestattete Fachberatung durch einen verbesserten Personalschlüssel eine logische Konsequenz unserer Forderung nach Qualitätssicherung.

ÖDP

Eine qualifizierte Begleitung von Kindertagespflegepersonen und Eltern ist wesentlich für die Qualität der Betreuung . Insbesondere bei „schwierigen“ Betreuungsverhältnissen hängt davon auch die langfristige Zufriedenheit aller Beteiligten ab.

Volt

Frühkindliche Bildung ist für uns das Fundament einer gerechten Gesellschaft, weshalb wir eine massive Aufwertung dieses Bereichs fordern. Wir setzen uns ausdrücklich dafür ein, die Mindestpersonalschlüssel und Gruppengrößen im Landesrecht zu senken, um eine individuelle Förderung der Kinder sicherzustellen.

Dazu gehört für uns zwingend eine Fachkräfteoffensive, die nicht nur die Gewinnung von neuem Personal durch attraktivere Ausbildungsgänge wie die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) umfasst, sondern auch die Arbeitsbedingungen der bereits Tätigen durch Entlastung von Bürokratie verbessert. Wir wollen Kitas zu Orten machen, an denen Fachkräfte gerne arbeiten, weil sie Zeit für die Kinder haben, statt sich zwischen Überlastung und Formularen aufreiben zu müssen. Auch wenn das Wahlprogramm die spezifischen Zahlen von 1:40 bis 1:60 nicht explizit nennt, deckt sich die Forderung nach einer verbindlichen und bedarfsgerechten Anpassung der Schlüssel – insbesondere bei erhöhtem Betreuungsbedarf im Sinne der Inklusion – vollumfänglich mit unserem Ziel, multiprofessionelle Teams zu stärken und jedem Kind die bestmögliche Begleitung zu garantieren

Partei der Humanisten

Wir halten eine Anpassung des Personalschlüssels für geboten. Dabei empfinden wir ihre Forderungen als eine Grundlage für eine Anpassung. Bei erhöhten Betreuungsbedarf sollte dies für eine vernünftige Planung auch im Fachkraft-Kind-Schlüssel abgebildet werden.

Tierschutzpartei

Die Anpassung des Personalschlüssels ist notwendig, um die Qualität der Betreuung nachhaltig sicherzustellen. Dazu muss auch die Berufsausbildung im Bereich pädagogischer Betreuung deutlich attraktiver werden und die Arbeitsbedingungen spürbar besser werden.

Einheitliches Finanzierungskonzept für Inklusion

Die Reform des SGB VIII stärkt den Rechtsanspruch von Kindern mit Behinderung auf wohnortnahe, individuelle Betreuung und Teilhabe von Anfang an. Daher fordern wir:
a. ein bedarfsgerechtes, landesweit einheitliches Finanzierungskonzept der Inklusion für die Kindertagespflege.
b. eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Identifizierung und Anerkennung eines individuellen Mehrbedarfs.

Die Grünen

Das Sozialgesetzbuch verpflichtet bereits heute dazu, individuelle Mehrbedarfe leistungsgerecht zu berücksichtigen. Es geht daher nicht um neue Leistungen, sondern um die konsequente Umsetzung geltenden Rechts. Dieses liegt bei den Jugendämtern, Aufgabe des Landes ist es, durch klare Rahmenbedingungen und (finanzielle) Unterstützung für Transparenz und Gleichbehandlung zu sorgen.

CDU

Einer Verbesserung der Teilhabe von Anfang an stimmen wir zu. Der „Modellversuch Inklusion“ (MoVe In) wird ausgerollt. Dazu soll in den kommenden Jahren in allen Stadt- und Landkreisen die Prozessbegleitung durch einen Fachdienst Inklusion etabliert und so die inklusive Förderung von Kindern unterstützt werden. In diesem Kontext sollte das Anliegen der Kindertagespflege beraten und geregelt werden.

SPD

Für eine gelingende Betreuung von Kindern mit speziellem Förderbedarf braucht es verbindliche rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, die in § 1b Kindertagesbetreuungsgesetz geregelt werden sollen. Wir streben die Anerkennung der Kindertagespflege als inklusives Betreuungsangebot an, wozu eine entsprechende Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen vorgesehen werden soll.

FDP

Wir Freie Demokraten bekennen uns klar zu Inklusion, Teilhabe und individueller Förderung von Anfang an. Leistungen müssen dabei unbürokratisch, bedarfsgerecht und verlässlich ausgestaltet sein. Die Finanzierungssystematik müsste dabei in der zuvor schon angesprochenen Überarbeitung der Finanzierungsstruktur der Kinderbetreuung ebenfalls unter die Lupe genommen werden, sodass Inklusion – auch in der Kindertagespflege – von Anfang an mitberücksichtigt werden kann.

Freie Wähler

Wir stimmen zu, weil ein landesweit einheitliches, bedarfsgerechtes Finanzierungskonzept sicherstellt, dass Inklusion in der Kindertagespflege nicht vom Wohnort abhängt. Der durch die SGB-VIII-Reform gestärkte Rechtsanspruch braucht eine verlässliche und transparente Finanzierungsgrundlage, damit Kinder mit Behinderung wohnortnah und individuell begleitet werden können – ohne Zuständigkeitsstreit oder unterschiedliche kommunale Praxis. Einheitliche Regeln schaffen zudem Planbarkeit für Tagespflegepersonen und reduzieren Hürden für Familien.
Auch eine niedrigschwellige Identifizierung und Anerkennung eines Mehrbedarfs befürworten wir, weil Unterstützung frühzeitig greifen muss, bevor sich Belastungen oder Entwicklungsrisiken verfestigen. Familien werden entlastet, und Tagespflegepersonen erhalten schneller die Ressourcen, die sie für gute Betreuung tatsächlich brauchen. Die genannten Risiken (Abgrenzung, Datenschutz, Missbrauch) sprechen aus unserer Sicht nicht gegen das Ziel, sondern für klare Kriterien und ein sauberes Verfahren: mit transparenter Dokumentation, Schutzstandards und ggf. fachlicher Prüfung. Insgesamt überwiegt der Nutzen deutlich, weil nur so Inklusion praktisch umsetzbar, gerecht und verlässlich wird.

Die Linke

Inklusion ist für uns ein Menschenrecht und Grundprinzip, kein Sonderthema. Wir fordern, dass Inklusion von klein auf ermöglicht werden muss. Wir setzen uns für den Einsatz von professionellen Inklusionsfachkräften in der Kinderbetreuung ein. Die Lebensbedingungen für Kinder sowie die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe müssen inklusiv ausgestaltet werden. Daher unterstützen wir ein landesweit einheitliches und bedarfsgerechtes Finanzierungskonzept, das sicherstellt, dass Kinder mit Behinderungen auch in der Kindertagespflege wohnortnah und individuell betreut werden können, ohne dass dies an finanziellen Hürden oder bürokratischen Barrieren bei der Feststellung des Mehrbedarfs scheitert.

ÖDP

Gerade für die „besonderen Kinder“ kann die Kindertagespflege mit konstanten Betreuungspersonen und überschaubarem Gruppengrößen von Vorteil sein. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen den Mehraufwand entsprechend abbilden. Der Verwaltungsaufwand dafür darf die Kindertagespflegepersonen nicht abschrecken.

Volt

Inklusion ist für uns kein optionales Zusatzangebot, sondern ein grundlegendes Menschenrecht, das von Anfang an konsequent gelebt werden muss. Jeder Mensch besitzt einen eigenen Wert, unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit, und wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, die Inklusion statt Exklusion bietet.

Daher unterstützen wir die Forderung nach einem bedarfsgerechten und landesweit einheitlichen Finanzierungskonzept ausdrücklich. Wir wollen Bildungsgerechtigkeit unabhängig vom Wohnort garantieren und setzen uns für klare, verlässliche Finanzierungszusagen ein, die sicherstellen, dass Kommunen und Träger bei der Umsetzung inklusiver Angebote nicht überfordert werden. Die Identifizierung eines individuellen Mehrbedarfs muss dabei unbürokratisch und niedrigschwellig erfolgen. Unser Ziel ist es, Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass jedes Kind – mit oder ohne Behinderung – die individuelle Förderung und Teilhabe erhält, die es für einen bestmöglichen Start ins Leben benötigt

Partei der Humanisten

Für uns ist Inklusion nicht nur ein gesellschaftliches Prinzip der Wertschätzung und Solidarität, sondern auch ein Menschenrecht. Wir wollen Kindern mit Beeinträchtigungen Teilhabe und Chancengleichheit ermöglichen. Dafür müssen Kindertagespflegestellen jedoch baulich wie personell angemessen ausgestattet werden. Weswegen das Land diese bei der Finanzierung unterstützen sollte.

Tierschutzpartei

Inklusion muss Grundrecht sein, kein Zusatzangebot. Ein bedarfsgerechtes Finanzierungskonzept für inklusive Betreuung in der Kindertagespflege ist uns sehr wichtig. Mehrbedarfe müssen ohne stigmatisierende Verfahren anerkannt und niedrigschwellig sowie unbürokratisch werden. Gute Betreuung und Teilhabe müssen unabhängig von Wohnort und kommunaler Finanzlage gewährleistet werden.

Gleichberechtigung in der Ganztagsbetreuung

Kindertagespflege ist seit Jahrzehnten in der Betreuung von Schulkinder nach dem Unterricht tätig und nachgefragt. Daher fordern wir:
a. die Gleichberechtigung der Kindertagespflege beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Die Grünen

Die Kindertagespflege hat sich seit vielen Jahren auch in der Betreuung von Grundschulkindern bewährt. Vor diesem Hintergrund stehen wir der Einbeziehung der Kindertagespflege in Angebote der Ganztagsbetreuung offen gegenüber.

CDU

Das Ganztagsförderungsgesetz des Bundes führt die Kindertagespflege nicht als grundsätzlich rechtsanspruchserfüllendes Angebot an, sondern nur als ergänzende Möglichkeit. Die Kindertagespflege kann im Einzelfall ersatzweise rechtsanspruchserfüllend sein. Die Entscheidung liegt beim jeweiligen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Als CDU Baden-Württemberger wollen wir die Rolle der Kindertagespflege stärken und werden daher die erforderliche Änderung auf Bundesebene gerne begleiten.

SPD

Die Kindertagespflege ist eine wichtige Säule in der Bildungsstruktur von Baden-Württemberg. Die SPD wird sich daher auch in Zukunft für die Stärkung der Kindertagespflege als gleichwertige Säule im System der frühkindlichen Bildung und Betreuung einsetzen. Gleichzeitig richten wir an den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung hohe qualitative Ansprüche und setzen uns für verbindlich festgesetzte Qualitätsstandards ein. Diese müssen von allen Trägern und Beteiligten in der Ganztagsbetreuung erfüllt werden. Insofern sehen wir die Kindertagespflege als wichtige Partnerin im Rahmen des Ganztags, den wir qualitativ weiter ausbauen möchten.

FDP

Wir als FDP setzen beim Ganztag auf Vielfalt, Wahlfreiheit und passgenaue Angebote für Familien. Die Kindertagespflege leistet seit Langem einen wichtigen Beitrag in der Betreuung von Schulkindern und soll gleichberechtigt berücksichtigt werden. Ein Ausschluss würde dem Ziel eines flexiblen Ganztags widersprechen.

Freie Wähler

Wir stimmen zu, weil Kindertagespflege seit Jahren bewährt Schulkinder im Anschluss an den Unterricht betreut und damit bereits heute ein wichtiger Teil der Versorgungsrealität ist. Eine Gleichberechtigung beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erweitert die verfügbaren Betreuungsplätze schnell und flexibel – besonders dort, wo institutionelle Angebote (Hort/OGS) nicht ausreichen oder nur schwer auszubauen sind, etwa in ländlichen Regionen. Gleichzeitig stärkt sie die Wahlfreiheit der Eltern, die für manche Kinder bewusst kleinere Gruppen und eine stabile Bezugsperson bevorzugen.
Die genannten Gegenargumente (Hausaufgaben, Kooperation Schule, Ferien, Verlässlichkeit) sind aus unserer Sicht kein Grund für eine Ablehnung, sondern ein Auftrag zur klaren Ausgestaltung von Qualitäts- und Kooperationsstandards: Kindertagespflege muss Ganztag nicht überall identisch zur OGS abbilden, kann aber als gleichwertige Option dort anerkannt werden, wo sie die Anforderungen erfüllt und verlässlich organisiert ist (z. B. über Kooperationsmodelle, Vertretungsregelungen, Ferienabsprachen). Insgesamt überwiegt der Nutzen, weil Gleichberechtigung Versorgungssicherheit schafft, Familien entlastet und den Ganztagsausbau realistisch unterstützt.

Die Linke

Wir unterstützen den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und fordern dessen Umsetzung durch kostenlose Angebote. Wir sehen die Notwendigkeit, Betreuungsangebote massiv auszubauen. Wir wollen die Kindertagespflege als anerkanntes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe für die Nachmittagsbetreuung erhalten und ausbauen wollen. Um dem Rechtsanspruch gerecht zu werden und echte Wahlfreiheit für Eltern zu sichern, muss die Kindertagespflege gleichberechtigt neben anderen Betreuungsformen stehen und qualitativ sowie finanziell entsprechend ausgestattet sein.

ÖDP

Für viele Kinder ist nach einem anstrengenden Schultag eine entspannte und individuell gestaltbare Zeit sehr wichtig. Das kann eine Ganztagsbetreuung in großen Gruppen nicht bieten. Kindertagespflege kann die bessere Alternative sein. Eltern sollen frei wählen können, was für ihr Kind am Besten ist.

Volt

Wir setzen uns für ein Bildungssystem ein, das jedem Kind die besten Chancen ermöglicht, unabhängig vom Wohnort oder dem Geldbeutel der Eltern. Der massive Mangel an Betreuungsplätzen in Baden-Württemberg zeigt deutlich, dass wir alle verfügbaren Säulen – ausdrücklich auch die Kindertagespflege – stärken und gleichberechtigt behandeln müssen.

Unser Ziel ist es, dass Betreuungsangebote flexibel zum Alltag der Familien passen. Da die Kindertagespflege seit Jahrzehnten eine verlässliche und nachgefragte Form der Ganztagsbetreuung für Schulkinder darstellt, unterstützen wir ihre volle Integration in das System der Ganztagsgarantie. Wir wollen Bildung nicht auf Schulen begrenzen, sondern als lebensbegleitenden Prozess verstehen, der in der frühen Kindheit beginnt und eine Vielfalt an Lernorten und Betreuungsformen umfasst. Nur durch die Gleichstellung und gezielte Förderung der Kindertagespflege können wir den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung flächendeckend und qualitativ hochwertig einlösen

Partei der Humanisten

Um die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zu gewährleisten, ist es hilfreich, wenn Kindertagespflege das individuelle Betreuungsangebot erweitert. Hierbei sollte ein allgemeiner Qualitätsstandard sichergestellt werden.

Tierschutzpartei

Sowohl Kindertagespflege als auch Ganztagsbetreuung müssen auch in ihrem Rechtsanspruch verbessert und gefördert werden. Beides muss auch finanziell und strukturell den gleichen Stellenwert erhalten. Eltern müssen echte Wahlfreiheit haben – Betreuung darf nicht vom Angebot vor Ort abhängig sein.

Aufbau eines Kompetenzzentrums

Der Landesverband tritt ein für eine gezielte und fundierte Bildung, Betreuung und Erziehung von Tageskindern. Daher fordern wir:
a. Die kontinuierliche Ausstattung des Landesverbandes mit ausreichenden Mitteln, um die Qualität in der Kindertagespflege zu sichern und weiterzuentwickeln.
b. Den Ausbau der Kompetenzen des Landesverbands in der Form eines Kompetenzzentrums.

Die Grünen

Die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagespflege ist uns ein zentrales Anliegen. Dafür sind fachliche Vernetzung, Qualifizierung und Wissenstransfer wichtige Bausteine. Der Landesverband der Kindertagespflege nimmt dabei bereits heute eine zentrale Rolle ein. Eine verlässliche Ausstattung mit ausreichenden Mitteln sowie der Ausbau zu einem Kompetenzzentrum können dazu beitragen, Fachwissen zu bündeln, gute Praxis sichtbar zu machen und die Weiterentwicklung der Kindertagespflege landesweit zu stärken.

CDU

Ein Kompetenzzentrum für Kindertagespflege verbessert die Rahmenbedingungen dieser Betreuungsform. Wir befürworten dies.

SPD

Da wir den Landesverband Kindertagespflege e. V. zu einem Kompetenzzentrum weiterentwickeln wollen. Das bedeutet, dass alle notwendigen Aufgaben in der Kindertagespflege gebündelt werden können, auf die vor Ort zurückgegriffen werden kann. Dazu werden wir die Fachberatung ausbauen, die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitstellen und Fortbildungen für Fachkräfte in der Kindertagespflege sowie Multiplikator:innen zentral unter einem Dach anbieten.

FDP

Wir Freie Demokraten unterstützen Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Kindertagespflege. Eine verlässliche Finanzierung ist dabei unerlässlich. Den Ausbau von Kompetenzen befürworten wir, sind aber offen für unterschiedliche organisatorische Lösungen.

Freie Wähler

Wir stimmen zu, weil eine kontinuierliche und auskömmliche Ausstattung des Landesverbands die Qualität in der Kindertagespflege dauerhaft stärkt: Einheitliche Standards, praxisnahe Fortbildungen, Materialien und Beratungskonzepte wirken direkt in die Betreuung hinein und erhöhen Verlässlichkeit sowie Professionalität. Gleichzeitig werden Kommunen entlastet, weil zentrale Expertise und erprobte Konzepte nicht überall parallel neu entwickelt werden müssen. Das macht die Kindertagespflege insgesamt attraktiver und hilft, Tagespflegepersonen zu gewinnen und zu halten.
Auch der Ausbau zu einem Kompetenzzentrum überwiegt aus unserer Sicht deutlich, weil er Wissen bündelt (z. B. Inklusion, Kinderschutz, Qualifizierung) und Reformen schneller und einheitlicher in die Praxis übersetzt. Die genannten Gegenargumente (Strukturkosten, Rollenklärung, Doppelstrukturen) lassen sich durch klare Aufträge und Abgrenzungen lösen: Ein Kompetenzzentrum kann als ergänzende Fachstelle arbeiten – mit transparenten Zuständigkeiten, Kooperation statt Konkurrenz zu Jugendämtern/Trägern und messbaren Qualitätszielen. Insgesamt ist das eine Investition, die mittel- und langfristig Qualität sichert, Fehlentwicklungen vorbeugt und die Versorgung stabilisiert – und damit den Nutzen für Kinder, Eltern und das System klar überwiegen lässt.

Die Linke

Qualitätssicherung steht im Zentrum unserer bildungspolitischen Forderungen. Wir setzen uns für verbindliche gesetzliche Mindeststandards ein und fordern eine bessere Qualifikation in der Kindertagespflege. Wir befürworten ausdrücklich die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrmethoden in der Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen und sind bereit, diese finanziell zu fördern. Ein Kompetenzzentrum, das die Qualität sichert und weiterentwickelt, entspricht unserer Forderung nach einer Professionalisierung und Aufwertung der Erziehungsberufe. Die kontinuierliche Ausstattung mit ausreichenden Mitteln ist dafür eine Grundvoraussetzung, die wir politisch unterstützen.

ÖDP

a) Der Landesverband muss langfristig planen können, welche finanziellen Mittel für Sachkosten und besonders für Personal zur Verfügung stehen.
b) Welche Aufgaben und Vorteile ein Kompetenzzentrum des Landesverbandes haben soll entzieht sich meiner Kenntnis.

Volt

Wir begreifen Bildung als einen lebenslangen Prozess, der bereits in der frühen Kindheit beginnt und das Fundament für ein selbstbestimmtes Leben legt. Um diesen hohen Anspruch zu erfüllen, fordern wir eine verlässliche Finanzierung der Kommunen, die die Qualitätssicherung sowie Fachkräftegewinnung ins Zentrum stellt. Den Ausbau des Landesverbandes zu einem Kompetenzzentrum unterstützen wir ausdrücklich, da wir digitale Kompetenzzentren und standardisierte Beratungsstrukturen als Schlüssel sehen, um komplexe Verwaltungsaufgaben zu professionalisieren und die Bildungsqualität landesweit auf ein exzellentes Niveau zu heben. Nur durch eine starke institutionelle Unterstützung und ausreichende Ressourcen können wir sicherstellen, dass die Kindertagespflege den wachsenden Anforderungen an frühkindliche Bildung und Erziehung gerecht wird.

Partei der Humanisten

a. Wir wollen die Qualität der Kindertagespflege fördern, damit diese sich zu einem gleichberechtigten Angebot zur Kita entwickelt.

b. Wir sehen den Aufbau eines Kompetenzzentrums als interessante Möglichkeit, die Qualifikationen anhand von wissenschaftlichen Grundlagen für Kindertagespfleger sicherzustellen und zu erhöhen. Weswegen wir diese Forderung interessant finden, aber wir besitzen noch keine feste Parteiposition dazu.

Tierschutzpartei

Qualität in der Kindertagespflege braucht starke Strukturen. Wir wollen den Ausbau mit hohen und verlässlichen Mitteln fördern, um auch Beratung, Fortbildung und Qualitätsentwicklung dauerhaft zu sichern. Auch den Ausbau eines Kompetenzzentrums halten wir für sinnvoll, um fachliche Standards zu stärken und wissen zu bündeln.

Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg
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